Der Weg zum Fliegen

Der Traum vom Fliegen - beim Bundesheer kann er Realität werden. Ein fordernder Job für Menschen, die das Abenteuer in der Höhe suchen und auch bereit sind, außergewöhnliche Leistung zu erbringen.

Voraussetzungen

Wenn Sie beim Bundesheer Pilotin oder Pilot werden wollen, müssen Sie zumindest den Pflichtschulabschluss haben, um Unteroffizier zu werden. Alle, die künftig Jets fliegen wollen, brauchen überdies die Matura. Sie sind nach Abschluss ihrer Ausbildung nicht nur Jetpilot, sondern auch Offizier.

Sie können sich für eine Karriere als Pilotin oder Pilot mittels freiwilliger Meldung zum Ausbildungsdienst bewerben, wenn Sie einen einwandfreien Leumund vorweisen können und bei der Stellung (gilt nur für Männer) eine Wertungsziffer von mindestens 7 erreicht haben. Das Alterslimit wurde aufgehoben, entschieden wird im Zweifelsfall individuell, ob eine konkrete Ausbildung wirtschaftlich und zweckmäßig ist - schließlich übernimmt das Bundesheer Ihre gesamten Ausbildungskosten.

Pilot im Cockpit Bewerberinnen und Bewerber für den begehrten Platz im Cockpit eines Bundesheer-Jets werden sorgfältig geprüft.

Weitere Voraussetzungen, um in die Pilotenausbildung aufgenommen zu werden, sind:

  • eine Körpergröße von mindestens 162 cm und höchstens 193 cm und
  • ein Körpergewicht von mindestens 56 kg und höchstens 95 kg
    (als Richtwert gilt hier grundsätzlich: Körpergröße minus 100 plus 5%)
  • Farbtauglichkeit
  • Eine Brille oder Kontaktlinsen zu tragen, sind kein Ausschlussgrund, ein korrigierter Visus bis -2 Dioptrien und ein Astigmatismus von max. 0,5 Dioptrien sind im Rahmen.

Hubschrauber fliegen über einen Strand Hubschrauber über Italien: Die Flugcrews des Bundesheeres nehmen oft an internationalen Übungen teil.

Seien Sie sich bewusst, dass sie als Pilotin oder Pilot mobil sein müssen – nicht nur während der Ausbildung, sondern auch während Ihres Berufslebens. Oft werden Sie tage- oder wochenweise auf Einsätzen in Österreich unterwegs sein, aber auch eine Auslandsverpflichtung bringt Ihr Dienstvertrag mit sich. Überdies besteht die Möglichkeit, an internationalen Fortbildungen teilzunehmen. Teilnehmer beschreiben das als besonderes Erlebnis, etwa Hauptmann Karl Sebert, ein Hubschrauberpilot am S-70 „Black Hawk“: „Die Zusammenarbeit von Fliegerbesatzungen aus allen Teilen der Welt bedeutet immer wieder Spannung und großen Erfahrungsgewinn für alle Beteiligten. Die Teams bringen so viele individuelle Erfahrungen und Eigenheiten in die oft aufwendigen Planungsprozesse ein.“

Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren für angehende Pilotinnen und Piloten besteht aus insgesamt drei Schritten und ist eng mit der Ausbildung verzahnt. Zu Beginn Ihrer Ausbildung steht eine fünfmonatige militärische Basisausbildung, die Sie gemeinsam mit Kameradinnen und Kameraden aus allen Waffengattungen absolvieren. An diesem Punkt wird die erste Auswahl getroffen.

Schritt 1 – Militärfliegertauglichkeitsuntersuchung

Vor, während oder nach dieser Grundausbildung wird Ihre medizinische, psychologische und sportliche Tauglichkeit anhand von detaillierten Screenings und Tests hinsichtlich Ihrer Merkfähigkeit, Ihres Konzentrationsvermögens und räumlichen Vorstellungsvermögens getestet. Diese Untersuchungen werden in Wien-Stammersdorf durchgeführt und dauern zwischen zwei und fünf Tagen. Idealerweise absolvieren Sie sie so früh wie möglich, um sicherzustellen, dass Sie dann während der Ausbildung keine Zeit verlieren.

Schritt 2 – Fliegerisches Assessment

Am Ende Ihrer militärischen Basisausbildung kehren Sie für drei Tage nach Wien-Stammersdorf zurück zur Überprüfung besonderer psychologischer Anforderungen wie sozialer Kompetenz und Teamfähigkeit.

Cockpit des Eurofighters Der Weg ins Eurofighter-Cockpit führt über viele Tests und Prüfungen.

Schritt 3 – Praktische fliegerische Eignungsfeststellung

Wenn Sie die fünf Monate militärische Grundausbildung positiv abgeschlossen haben, geht es ans Fliegen. Sie verbringen etwa zweieinhalb Monate am Fliegerhorst in Zeltweg. Nun können Sie Ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. An diesem Punkt entscheidet sich, ob Sie tatsächlich für den militärischen Flugdienst geeignet sind – nach einer Vorbereitungswoche steigen Sie in ein kleines Flugzeug und absolvieren insgesamt 25 Flugstunden. Sollten Sie an diesem Punkt scheitern, so wird Ihnen die Möglichkeit geboten, Ihre Ausbildung in anderen Bereichen der Fliegerei wie etwa der Flugsicherung fortzusetzen.

Ausbildung

Nachdem Sie Ihre freiwillige Meldung abgegeben haben und zum Ausbildungsdienst zugelassen wurden, absolvieren Sie den ersten Teil Ihrer Ausbildung (beginnend jeden September, in einigen Fällen auch im März). Sie ist der Grundstock für alles Weitere. In diesen fünf Monaten werden Ihnen die allgemeinen militärischen Grundlagen vermittelt. Diesen Abschnitt absolvieren Sie gemeinsam mit allen anderen, die eine Karriere beim Bundesheer anstreben, ungeachtet des zukünftigen Einsatzgebietes.

Vor, während oder nach diesem Ausbildungsabschnitt findet Schritt 1 des Auswahlverfahrens, die Militärfliegertauglichkeitsuntersuchung, statt. Wenn Sie sich schon in jungen Jahren zu einer Karriere als Pilot entscheiden, können Sie diese Ausbildung bereits anstelle des Grundwehrdienstes absolvieren.

Pilot am Flugsimulator Übungen am Flugsimulator sind ein wichtiger Teil der Ausbildung.

Nun geht es weiter an die Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule. Falls Sie Schritt 2 des Auswahlverfahrens, das Fliegerische Assessment, noch nicht am Ende der Basisausbildung absolviert haben, so ist jetzt der Zeitpunkt dafür. Den zweiten Teil Ihrer Ausbildung verbringen Sie sieben Monate lang nur noch mit angehenden Pilotinnen und Piloten – wobei noch egal ist, ob Sie eine Karriere im Hubschrauber oder im Jet anstreben.

Propellerflugzeug Pilatus PC7 Pilatus PC-7: Das erste Flugzeug, das angehende Bundesheer-Piloten steuern.

Alle üben am Flugsimulator und absolvieren ihre praktischen Flugstunden auf der Propellermaschine Pilatus PC-7 in Zeltweg. Sie erlangen so das allgemeine Flugfunkzeugnis und erhalten eine allgemeine Ausbildung zum Thema Fliegerei. Außerdem findet während dieses Ausbildungsabschnitts Schritt 3 des Auswahlverfahrens, die praktische fliegerische Eignungsfeststellung, statt.

Die weiterführende Ausbildung zur Einsatzpilotin oder zum Einsatzpiloten dauert dann je nach Flugzeug- oder Hubschraubertyp weitere zwei bis vier Jahre. Auch während dieses Abschnitts der Ausbildung wird sowohl am Simulator als auch in echten Flugzeugen oder Hubschraubern geübt.

An dieser Stelle werden die angehenden Pilotinnen und Piloten je nach gewähltem Gerät auf die verschiedenen Standorte der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule aufgeteilt. Dort absolvieren sie die Basisausbildung Hubschrauber oder Jet sowie die Ausbildung zur Einsatzpilotin oder zum Einsatzpiloten.

Hubschrauber über brennendem Wald Löschen eines Waldbrands: Die Hubschrauber des Bundesheeres fliegen auch bei Katastrophenhilfseinsätzen.

Angehende Hubschrauberpilotinnen und -piloten landen in Langenlebarn, angehende Jet-Pilotinnen und -Piloten üben mit der Saab 105OE beispielsweise in Linz-Hörsching die Luftraumüberwachung.

All jene, die Unteroffiziere werden wollen, machen parallel zur Flugausbildung einen Fernlehrgang zum Thema Ausbildungsmethodik, um den Dienstgrad Wachtmeister zu erlangen.

Wer sich das Ziel gesetzt hat, eines Tages ein Transportflugzeug wie die C-130 Hercules zu fliegen, nimmt übrigens genauso wie angehende Eurofighter-Crews den Weg der Jet-Pilotin oder des Jet-Piloten. Der Weg in den Eurofighter ist allerdings noch härter als alle anderen: denn im Anschluss an alle bisher erwähnten Schritte muss noch eine eigene Eurofighter-Ausbildung in Deutschland oder Italien positiv abgeschlossen werden.

C-130 Hercules aus dem Cockpit gesehen Die C-130 "Hercules"-Transportmaschinen im Formationsflug.

Auch nach Beendigung Ihrer Ausbildung haben Sie die Möglichkeit, sich laufend weiterzubilden. Jene etwa, die eine Ausbildung als Offizier abgeschlossen haben, können anschließend ein Studium an der Theresianischen Militärakademie absolvieren, um Führungspositionen zu erlangen. Unteroffiziere können sich zur Fluglehrerin oder zum Fluglehrer ausbilden lassen. Regelmäßig werden in Kursen und Lehrgängen Neuerungen vermittelt und fliegerisches Wissen wie das Planen und Trainieren von Gefechtstechniken oder das richtige Reagieren auf Bedrohungen vom Boden und aus der Luft vertieft.

Kontakt

Wenn Sie Fragen zum Aufnahme- und Auswahlverfahren haben, können Sie sich über hpa.piloteninfo@bmlvs.gv.at an das Heerespersonalamt wenden!

Sie können uns auch direkt kontaktieren:

Oberst Mag. Josef Pargger
Heerespersonalamt
Amtsgebäude Feldmarschall Conrad
Köldererstraße 4
6020 Innsbruck
Tel.: 050201/6026402 oder 0664/6221271
E-Mail: josef.pargger@bmlvs.gv.at

Oberstleutnant Mag. Adolf Bachler
Tel.: 050201/6026403 oder 0664/6222710
E-Mail: adolf.bachler@bmlvs.gv.at