Eurofighter, Hercules, Black Hawk & Co

Das Bundesheer betreibt eine Flotte von Abfangjägern, Transport- und Schulfliegern sowie Hubschraubern. Deren Pilotinnen und Piloten überwachen, sichern und verteidigen den österreichischen Luftraum und unterstützen die Truppen des Bundesheeres aus der Luft.

Düsenjets

Jet-Pilotinnen und -Piloten beim Bundesheer fliegen in zwei verschiedenen Typen von Düsenjets: Der Eurofighter EF 2000, der sich durch eine besonders hohe Wendigkeit auszeichnet, ist der Ferrari unter den Düsenjets. Einsitziger Kampfjet und Abfangjäger in einem, wird er auch in Friedenszeiten für die Luftraumüberwachung eingesetzt. Wenn ein unbekanntes Luftfahrzeug in großen Höhen identifiziert wird, so werden die Eurofighter losgeschickt, um am Himmel nach dem Rechten zu sehen. Stationiert ist die Eurofighter-Flotte in Zeltweg.

Die Saab 105OE wird als Schul- und Identifizierungsflugzeug eingesetzt und hat ihr Zuhause in Linz-Hörsching. Sie kommt sowohl im Training, als auch bei der Luftraumüberwachung zum Einsatz. Auch sie wird losgeschickt, wenn ein Flugzeug ohne Funkkontakt in den österreichischen Luftraum einfliegt. Da vom Boden oft nicht erklärbar ist, warum sich das Flugzeug nicht meldet, fliegen Eurofighter oder Saab 105OE etwa 70 bis 100 Mal im Jahr los, um sich in der Luft ein Bild von der Situation zu machen. Das leichte Düsenflugzeug hat im Gegensatz zum Eurofighter Platz für zwei Personen und kann sogar auf einen Viersitzer umgerüstet werden.

Hubschrauber

Wer Hubschrauberpilotin oder -pilot beim Bundesheer wird, nimmt eines Tages in einem dieser vier Helikopter-Modelle Platz:

Der legendäre S-70 "Black Hawk" ist ein Mehrzweck- und Transporthubschrauber, der von zwei Pilotinnen oder Piloten geflogen wird. Stationiert in Langenlebarn, hat der S-70 durch seine zwei Triebwerke eine hervorragende Gebirgstauglichkeit und eignet sich auch gut für die Bekämpfung von Waldbränden. Der „Black Hawk“ ist zu allen Jahreszeiten und in allen Klimazonen einsetzbar und kann 20, im Notfall auch 25 Personen oder eine Last von 4 Tonnen transportieren.

Ein weiterer Transporthubschrauber des Bundesheeres ist der Agusta Bell 212. Zugelassen für insgesamt 14 Personen, wird dieser Hubschrauber primär für den Einsatz von luftbeweglichen Truppen verwendet, die mit Fallschirmen abspringen – aber auch für Krankentransporte, da er über eine „mobile Intensivstation“ verfügt. Die Flotte des Agusta Bell 212 befindet sich in Linz-Hörsching. Im Gegensatz zum „Black Hawk“ wird dieser Hubschrauber, ebenso wie die Alouette III, von nur einer Pilotin oder einem Piloten geflogen.

Die Alouette III wird neben ihrer Transportfunktion auch als Verbindungshubschrauber verwendet. Sie transportiert Personen oder Material in entlegene Gegenden und bietet Platz für bis zu sieben Personen. Da die Alouette um einiges kleiner und wendiger ist als der „Black Hawk“, kann sie auch dort landen, wo wenig Platz zur Verfügung steht. Deshalb wird sie besonders gerne für Hochgebirgseinsätze verwendet. Wenn es mal schnell gehen muss, transportiert die Alouette III Soldatinnen und Soldaten in Windeseile zu einem anderen Gefechtsstand. Die Flotte ist in Aigen im Ennstal zuhause, zeitweise befinden sich auch Exemplare in Vomp oder zu Schulungszwecken in Langenlebarn.

Der Bell OH-58 "Kiowa" ist ein in Zeltweg stationierter, bewaffneter Verbindungshubschrauber, in dem fünf Personen Platz finden. Er ist zuständig für die Grenzraumüberwachung und wird auch für Beobachtungsflüge eingesetzt. Als bewaffneter Hubschrauber ist der Bell OH-58 der „Aufklärer“ unter den Helikoptern.

Transport- und Schulflugzeuge

Außerdem verfügt das Bundesheer über eine Auswahl verschiedener Schul- und Transportflugzeuge. Der Goliath unter den Transportflugzeugen ist die 30 Meter lange C-130 "Hercules". Stationiert in Linz-Hörsching, ist sie primär bei Auslandseinsätzen in Verwendung, um Mannschaft und Versorgungsgüter zu transportieren. Insgesamt kann sie 92 Passagiere an Bord nehmen oder eine Nutzlast von rund 20 Tonnen transportieren.

Die zweisitzige Propellermaschine Pilatus PC-7 „Turbo Trainer“ ist das Schulflugzeug, auf dem angehende Pilotinnen und Piloten in Zeltweg trainieren. Sie kann mit Maschinengewehren und Raketen bewaffnet werden und fliegt auch reale Einsätze, etwa beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Gerne wird sie für die Luftraumüberwachung in niedrigeren Höhen oder bei geringerer Geschwindigkeit als jener der Eurofighter eingesetzt.

Die Pilatus PC-6 „Turbo Porter“ ist ein Transport- und Verbindungsflugzeug. Die Flotte ist in Langenlebarn stationiert, jede Maschine bietet Platz für acht Personen. Die Pilatus PC-6 zeichnet sich durch die Möglichkeit aus, die Türen zu öffnen und Fallschirmspringer im Flug abzusetzen. Der Flieger verfügt außerdem über die Besonderheit, auf nichtbefestigten Flächen landen zu können - ideal bei Krankentransporten oder Löschflügen. Die PC-6-Staffel hat einen besonders hohen Anteil an Miliz-Pilotinnen und -piloten, die in ihrem Zivilberuf bei heimischen Fluglinien tätig sind.

Aufgaben

Pilotinnen und Piloten des Bundesheers sind neben ständiger Fortbildung in Friedenszeiten auch für die Luftraumüberwachung Österreichs verantwortlich. Im Krisen- und Einsatzfall kommt die Grenzraumüberwachung dazu. Weitere Aufgaben unserer Pilotinnen und Piloten ergeben sich aus den vielen Assistenzeinsätzen bei Lawinenunfällen, Bergunglücken und dringenden Krankentransporten, der Versorgung von abgeschotteten Gebieten oder etwa der Unterstützung der Feuerwehr bei Waldbränden und Hochwasser. Und sie sorgen für den reibungslosen Transport von Truppen des Bundesheeres im In- und Ausland.